24.11. – 08.12.2024
Die Knochigen
Otto Künzli
Schmuck
Otto Künzli ist anwesend.
Mal abgesehen von meinen Augen, die, wen überrascht es, stetig im Einsatz waren, als ich diese Objekte aus Gagat, Meerschaum, Gold, Jade und Wasserbüffelknochen gemacht habe, und den einen bis unendlich vielen Augen, deren Beteiligung für die Wahrnehmung von Außen unabdingbar sind, sonst würde ja niemand, diese, meine Arbeiten je sehen, versuche ich schon seit geraumer Zeit, Augen einzufangen, einzuspielen und einzuspiegeln, sie zu reflektieren, auch nur anzudeuten, so dass sie aus dem Untergrund, dem Hintergrund, dem Grund aller Dinge, durchschimmern, aufleuchten, blicken, zwinkern, sich abwenden, erneut verschließen und verdunkeln, vielleicht auch wieder erlöschen.
Das Auge, es ist ein Urmotiv, und braucht als solches keine Erklärung oder eine Aufzählung des Was, Wie, Wo, Warum und Weshalb.
Sind es zwei, dann beginnt das Gesicht, gewinnt durch Mund und Nase weiter an Gestalt, der Ausdruck wird unendlich vielschichtig und vieldeutig. Bei zunehmender Detailtreue entsteht ein individuelles Portrait, es entzieht sich dann der Widerspiegelung, der Identifikation der Betrachterin oder des Betrachters. Das ist Jemand, und deshalb bin ich es nicht.
Reduktion, Abstraktion, Verfremdung, die feine Andeutung einer Stimmungslage, die Transformation in ein spezifisches Material, all das führt zurück zu einer offenen Begegnung und ermöglicht die überraschende Zwiesprache mit einem Auge, einem Gesicht, mit einem Wesen, in dem auch ein klein wenig etwas von „mir“ stecken könnte.
Das ändert sich auch gar nicht so sehr, wenn dieses eigenwillige Ebenbild schon gelegentlich ans andere Ufer schaut – oder gar von dort, etwas jenseitelig zurück blickt.









